Nach der Arbeit, vor dem Kurs oder zwischen dem Einkauf in der Stadt: Unser JOUR FIXE bietet als fester Termin an jedem Donnerstag im Semester ein Programm mit Literatur, Musik, Einblicken in Kulturgeschichte und weiteren Themen eine Stunde lang eine Pause vom Alltag. Zum Reinschnuppern in neue Themen, zum Kennenlernen von neuen Autorinnen und Autoren. An jedem Donnerstag im Semester um 17 Uhr im Saal der Volkshochschule in der Stadtmitte - Der Eintritt ist frei.
Auf vielfachen Wunsch der Teilnehmenden können Sie sich hier die Themen des Jour Fixe als pdf herunterladen.
Michelangelo und der verborgene Tempel
Anmeldung möglich
| Kursnr. | MZ2311 |
| Beginn | Montag, 07.09.2026 / 18:00 Uhr |
| Dauer | 1 Termin / 2 Unterrichtseinheiten |
| Kursort | VHS im Stadtfenster;Raum005 |
| Kosten | 5 EUR |
| Downloads | Für diesen Kurs sind keine Dokumente vorhanden. |
Kursbeschreibung
War Michelangelo Buonarroti mehr als ein genialer Künstler der Renaissance? Verbirgt sich in seinen Skulpturen, Fresken und architektonischen Entwürfen eine tiefere, initiatische Bildsprache, die weit über die offizielle Theologie seiner Zeit hinausweist? Dieser Vortrag begibt sich auf eine ebenso faszinierende wie provokante Spurensuche und liest Michelangelos Werk aus einer freimaurerisch-esoterischen Perspektive.Im Zentrum steht dabei nicht die Frage nach historischen Zugehörigkeiten, sondern nach symbolischen Strukturen: der Mensch als „roher Stein“, der sich selbst formt, das Licht als innerer Funke, der zur Erkenntnis drängt, und die Kunst als Prozess der Befreiung aus den Fesseln der Materie. Von den unvollendeten „Gefangenen“ über die berühmte „Erschaffung Adams“ in der Sixtinische Kapelle bis hin zum erschütternden Selbstporträt im „Jüngsten Gericht“ entfaltet sich eine Bildwelt, die als dramatische Reise der Transformation gelesen werden kann: als symbolischer Weg von Dunkelheit zu Licht, von Formlosigkeit zu Gestalt, von äußerer Ordnung zu innerer Wahrheit.
Der Vortrag zeigt, wie insbesondere die freimaurerischen und hermetischen Traditionen des 18. und 19. Jahrhunderts Michelangelo als „Eingeweihten ohne Loge“ deuteten – als Künstler, der in seinen Werken eine universelle Initiationslehre formulierte, ohne sie je auszusprechen. Diese Rezeptionsgeschichte wird nicht nur kritisch reflektiert, sondern als Schlüssel verstanden, um Michelangelos erstaunliche Nähe zu modernen Denkfiguren sichtbar zu machen.
Am Ende steht eine zugespitzte These: Michelangelo erscheint als „Proto-Initiator der Moderne“ – als ein Künstler, der den Menschen nicht mehr als fertiges Geschöpf zeigt, sondern als werdendes Wesen, das sein eigenes Licht entdecken und seine eigene Form erschaffen muss. Ein Vortrag für alle, die Kunst nicht nur sehen, sondern als Erkenntnisweg erfahren wollen.
Kurse des Dozenten
Ansprechpartner*innen:
Axel Voss
Tel.: 0203 / 283 98 4627
E-Mail: a.voss@stadt-duisburg.de
Anke Sowa
Tel.: 0203 / 283 98 4618
E-Mail: a.sowa@stadt-duisburg.de
